Bildvokabeln für den juristischen Alltag (16): Stift

Der Computer hat ihn mittlerweile in vielen Bereichen verdrängt. Dennoch ist und bleibt der Stift in all seinen Varianten eine wichtige Bildvokabel. Er steht für Kreativität oder auch einfach nur das schlichte Festhalten von Gedanken, Ideen, Gefühlen oder Bildern auf einem Blatt Papier. Für den juristischen Bereich kommt noch der Aspekt der Rechtsverbindlichkeit hinzu: Häufig wird unsere Unterschrift benötigt, damit Niedergeschriebenes seine rechtliche Wirkung entfaltet. Sieht man mal von der Möglichkeit der qualifizierten elektronischen Signatur ab, gehört das Erfordernis einer Unterschrift zu den wenigen Situationen im Leben, in denen wir tatsächlich noch zum Stift greifen müssen. Nachfolgend eine paar Ideen, wie Sie den Stift als Bildvokabel im (juristischen) Alltag einsetzen können.

Niederschrift zeichnen

Den Begriff der Niederschrift verwenden wahrscheinlich nur Gesetze, Juristen und Verwaltungsbeamte. Gemeint ist damit, dass etwas schriftlich protokolliert wird. Wer z. B. mündlich Klage erheben will, muss dies zur Niederschrift des Urkundsbeamten der Geschäftsstelle bei Gericht tun. Der Beamte hält dann das Klagebegehren schriftlich fest. Um die Niederschrift zu visualisieren, benötigen Sie einen Stift und ein Blatt Papier. Beginnen Sie beim Zeichnen immer mit dem Stift.

Niederschrift zeichnen

Unterschrift zeichnen

Auch hier beginnen Sie wieder mit dem Stift. Ich habe für ein wenig Abwechslung den Füller gewählt. Sie können aber selbstverständlich auch einen Bleistift zeichnen, denn der Stift dient nur zur Visualisierung eines Vorgangs, den der Betrachter als solchen erkennen soll. Es geht nicht um die Dokumentation einer realen Situation, in der eine Unterschrift geleistet wird.

Unterschrift zeichnen

Gesetzentwurf zeichnen

Mit dem Paragrafen assoziieren wir das Gesetz. Es liegt deshalb nahe, zur Visualisierung eines Gesetzentwurfes einen Paragrafen zu wählen, der gezeichnet wird und noch nicht ganz fertig ist.

Gesetzentwurf zeichnen

Visualisierung zeichnen

Auch die Visualisierung als solche lässt sich visualisieren. Man schafft etwas fürs Auge, daher passt als Bildvokabel das Auge, das gerade gezeichnet wird. Ich habe zur Verstärkung des Kontrastes zwischen Text und Bild noch Blätter mit Text ergänzt, denn häufig werden Inhalte und Strukturen ins Bild gesetzt, die zuvor in einem Text beschrieben wurden. Sie können es aber auch bei den ersten drei oder zwei Zeichenschritten belassen.

Visualisierung zeichnen


Nicola Pridik

Über die Autorin
Nicola Pridik ist Juristin und Inhaberin des Büros für klare Rechtskommunikation in Berlin. Mit ihren Dienstleistungen unterstützt sie ihre Kundinnen und Kunden dabei, Rechtsinformationen verständlich und anschaulich für ihre jeweiligen Zielgruppen aufzubereiten. Dabei steht die Visualisierung von Recht im Mittelpunkt. kontakt@npridik.de, Twitter: @nicolapridik, Xing: www.xing.com/profile/Nicola_Pridik


 

Zeichentipps (nicht nur) für Juristen (90 Bildvokabeln mit Zeichenanleitungen)

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