Buchrezension: Wissenschaftliches Arbeiten im Jurastudium von Lars Gußen

Wie lesen Jurist(inn)en Texte? Was passiert in ihrem Kopf, wenn sie Sachverhalte rechtlich beurteilen? Und was zeichnet den juristischen Schreibstil aus? Darum geht es in diesem Buch, das Studierende der Rechtswissenschaft in die juristische Arbeitstechnik einführt. Ich war sehr gespannt auf die Lektüre, denn abgesehen davon, dass ich es generell immer sehr erhellend finde, das eigene berufliche Tun zu reflektieren, interessiert mich das juristische Lesen, Denken und Schreiben heute auch speziell als Visualisierungs- und Textdienstleisterin in der juristischen Informationsvermittlung.

Impulse aus der Praxis der Rechtsvisualisierung für die Rechtsdidaktik

Drei stilisierte Köpfe mit Baumdiagramm, optischer Linse und Text mit Lupe

Seit mehr als 16 Jahren visualisiere ich als Juristin Recht. Lange Zeit dachte ich, dass es sich um eine eher untypische juristische Tätigkeit handelt, die nur Exotinnen wie mich begeistern kann. Heute bin ich überzeugt, dass sie für alle (angehenden) Jurist(inn)en geradezu ideale Möglichkeiten bietet, Recht zu verstehen, strukturiertes Denken und Schreiben zu lernen und berufliche Kompetenzen zu erwerben, die in der heutigen Zeit gefragt sind. Welche Erkenntnisse mich im Einzelnen zu dieser Überzeugung geführt haben, möchte ich nachfolgend darlegen und daraus jeweils Impulse für die Rechtsdidaktik ableiten. Dabei beschränke ich mich an dieser Stelle auf drei von insgesamt fünf Erkenntnissen und Impulsen. Der vollständige Beitrag ist in etwas veränderter Form im Jahrbuch der Rechtsdidaktik 2018/19 (Berliner Wissenschafts-Verlag) erschienen.

7 didaktische Tipps für Ihre juristischen Lehrveranstaltungen

Was macht eigentlich gute Lehre aus? Und was können unterrichtende Juristinnen und Juristen an den Hochschulen für den Lernerfolg der Studierenden tun? Diesen Fragen geht Prof. Dr. Jan M. Eickelberg in seinem Buch „Didaktik für Juristen“ nach, das Anfang Juli bei Vahlen erschienen ist. Der Hochschullehrer stellt zunächst verschiedene Lerntheorien vor, um sich anschließend der konkreten Konzeption, Durchführung und Nachbereitung juristischer Lehrveranstaltungen zu widmen. Die Erkenntnisse aus den Lerntheorien fasst er in sieben didaktische Grundlagen guter Lehre zusammen. Mich hat das zu diesem Blogbeitrag inspiriert, mit dem ich Sie zu guter Lehre anstiften und Ihnen das Buch ans Herzen legen möchte.

Rechtsvisualisierung in der Lehre: 4 Beispiele

Viel Lehrstoff in wenig Zeit vermitteln: Wie soll das gehen? Das fragen sich Lehrkräfte in der Jurist(inn)enausbildung schon lange. Die Studierenden wiederum leiden unter dem Druck, den gesamten Stoff aus vier Studienjahren im Examen parat haben zu müssen. Eine einfache Lösung für das Problem gibt es sicher nicht. Fest steht jedoch: Didaktische Reduktion ist nötig und mit ihr eine Konzentration auf rechtliche Strukturen und Zusammenhänge. Dabei hilft die Visualisierung von Recht, auch wenn sie für Jurist(inn)en ungewohnt ist. Während Texte Strukturen nur linear beschreiben können, machen Bilder sie sichtbar und prägen sich zudem besser ein. Doch wie sieht das Ganze praktisch aus? Antworten bietet der folgende Beitrag, in dem ich Ihnen anhand von vier Beispielen zeigen möchte, wie Bilder die Rechtslehre und den juristischen Lernprozess unterstützen können.

Wie Sie Ihr Wissen strukturiert vermitteln

Anderen Menschen umfangreiche und komplexe Lerninhalte in kurzer Zeit zu vermitteln, ist für Lehrende ein große Herausforderung. Didaktische Reduktion ist hier gefragt. Doch was heißt das eigentlich? Und vor allem: Wie macht man es? Antworten bietet Yvo Wüest in einem erhellenden Buch zum Thema. Ich freue mich sehr, dass er als Gastautor in meinem Blog einen kleinen Einblick in den Teilaspekt des Strukturdenkens gibt.