Rück- und Ausblick: Meine Themen in 2017 und 2018 (Teil 2)

Dieses Jahr war definitiv zu kurz, um alles zu schaffen, was ich mir vorgenommen hatte. Da ich auch für meine Kunden viele tolle Sachen machen durfte, blieben eigene Projekte zwangsläufig auf der Strecke. Trotzdem bin ich rundum zufrieden mit 2017. Wesentlich bestimmt war das Jahr durch meine Aktivitäten rund um die „Leichte Sprache“. Darüber habe ich bereits im ersten Teil meines Rück- und Ausblicks berichtet. Was mich sonst beschäftigt hat, möchte ich in diesem Beitrag zusammenfassen. Dabei geht es ums Zeichnen, mein Blog, meinen Newsletter, Social Media und das Thema Rechtsdidaktik.

Zeichnen / Sketchnotes

Ende 2016 hatte ich beschlossen: Ich will mehr zeichnen, um besser zu werden und routinierter. Allerdings hatte ich noch keine Ahnung, wie ich den Plan realisieren sollte. Schon im Januar 2017 kam aber – auch dank des Sketchnote-Buches von Tanja Wehr – die entscheidende Idee mit der Bildkartei, über die ich auch einen Blogbeitrag geschrieben habe:

Bildkartei

Die Kartei hat mir tatsächlich beim Üben geholfen, denn ich brauche für so etwas immer ein System und klare Aufgaben. Leider habe ich aber nur bis Mitte Mai durchgehalten. Danach geriet der Karteikasten auf meinem Schreibtisch in Vergessenheit und die Staubschicht wurde von Monat zu Monat dicker.

Dafür habe ich aber etwas anderes durchgehalten: die Dokumentation meiner beruflichen Aktivitäten und ein paar privater Dinge in einem Bullet Journal. Das dafür passende Leuchtturm-Notizbuch hatte ich mir letztes Jahr kurz vor Silvester gekauft. Einerseits ging es mir darum, die Zettelwirtschaft auf meinem Schreibtisch zu beseitigen und alle Notizen in einem Buch zu sammeln, das zugleich mein Jahreskalender ist, zum anderen dachte ich an die zeichnerische Routine, die so ein Buch vielleicht mit sich bringen würde. Rückblickend kann ich sagen: Es war eine super Idee, damit anzufangen! Nicht so sehr wegen der Zeichenübung, sondern weil es spannend ist, berufliche Aktivitäten und Entwicklungen nachzuvollziehen. Ganz nebenbei ist mir das Buch auch beim Schreiben dieses Rückblicks eine große Hilfe. Ich würde mich sonst an vieles wahrscheinlich gar nicht mehr erinnern und könnte Ereignisse nicht in eine zeitliche Reihenfolge bringen.

Mein Bullet Journal 2017

Neue Sketchnotes habe in diesem Jahr in Eigeninitiative gerade mal fünf erstellt: zur Leichten Sprache, zur Bundestagswahl, zur Rechtsdidaktik (siehe weiter unten im Beitrag), zu § 11 BGG und schließlich zu meinen juristischen Schaubildern. Das ist wahrlich nicht viel. Noch weniger Anregungen gab es in der Kategorie „Zeichentipps für Juristen“ dieses Jahr in meinem Blog. Hier bot lediglich der Beitrag „Sketchnotes im Jurastudium“ neuen Input. Ansonsten habe ich noch einige Sketchnote-Bücher vorgestellt (Beitrag „Sketchnote-Bücher im Vergleich“). Das war’s aber auch schon.

Tja, und dann war da ja eigentlich noch der Flipchart, mit dem ich mich näher befassen wollte … Hier fällt die Bilanz noch schlechter aus als beim Zeichnen. Gerade mal zwei Blogartikel sind entstanden:

Immerhin habe ich den Flipchart aber selbst erstmals eingesetzt, und zwar in einem Workshop, zu dem mich das Deutsche Studentenwerk eingeladen hatte. Andere halten ja ständig Workshops und nutzen dabei auch ganz selbstverständlich den Flipchart. Für mich war beides eine ganz neue Erfahrung. Glücklicherweise hat alles gut geklappt, auch dank der tollen Teilnehmer! Ich hatte allerdings auch sehr viel Arbeit mit der Vorbereitung.

Zeichnen / Sketchnotes: Ausblick ins Jahr 2018

Ich kann nur wiederholen, was ich vor einem Jahr schon als Vorsatz formuliert hatte, nämlich dass genau eines ansteht: üben, üben, üben. Motiviert bin ich, zumal mir Weihnachten ein sehr praktisches Geschenk beschert hat: ein LED Drawing Tracing Pad. Das hilft beim Durchpausen von Zeichnungen. Zeichnen muss ich trotzdem selbst, aber wenn man beim Zeichnen komplexer Sketchnotes/Erklärbilder so analog unterwegs ist wie ich, ist es schon eine große Arbeitserleichterung, erste Zeichnungen durchpausen zu können, weil man meist mehrere Anläufe braucht, bis alle Inhalte ihren Platz auf dem Blatt gefunden haben.

Ich werde also hoffentlich wieder mehr juristische Sketchnotes zeichnen. Die Bildkartei ist auch entstaubt und bereit, mit neuen Motiven gefüllt zu werden. Und der Flipchart steht hier ohnehin die ganze Zeit vor mir und möchte, dass ich mich mit ihm beschäftige … Was allerdings vorrangig ansteht: Ich möchte meine juristischen Schaubilder in einem neuen Anlauf mit Handgezeichnetem kombinieren.

Schließlich liegt hier bereits ein neues Notizbuch bereit, das ich in den nächsten Tagen mit einer Struktur versehen werde. Dann kann 2018 kommen.

Mein Blog

Letztes Jahr (2016) habe ich mein Blog zu neuem Leben erweckt, das vorher mehr oder weniger unbeachtet vor sich hin dümpelte. Diese positive Entwicklung konnte ich in diesem Jahr aufrechterhalten, wenn auch mit weniger Beiträgen als im Vorjahr. 2017 sind 21 Beiträge neu dazugekommen (darunter drei Gastbeiträge), drei ältere Beiträge habe ich aktualisiert bzw. überarbeitet und neu veröffentlicht. Der Plan, alle 14 Tage etwas zu publizieren, ist also aufgegangen. Dabei habe ich mich sehr bemüht, eine ausgewogene Mischung aus den verschiedenen Themen hinzubekommen, die mich beruflich beschäftigen: juristische Schaubilder, Sketchnotes, verständliches Recht, PowerPoint, Leichte Sprache … Einen schönen Nebeneffekt gibt es auch: Dank des Blogs sind die Zugriffszahlen auf meine Website erneut deutlich gestiegen. Im Schnitt habe ich am Tag 1.500 Besucher (Sessions). Im letzten Jahr waren es noch um die 1.100.

Alle Blogartikel aus 2017:

Blog: Ausblick ins Jahr 2018

Die Aufbereitung von Themen für andere macht mir viel Spaß und der Erfolg meines Blogs beflügelt mich sehr. Allerdings erreiche ich auch zunehmend die Belastungsgrenze. Mir ist die Qualität der Texte sehr wichtig und der Nutzen für die Leser. Entsprechend hoch ist der Aufwand. Auf Dauer ist das neben der Arbeit für meine Kunden in diesem Umfang nicht zu schaffen. Ich werde meine Aktivitäten im Blog deshalb schweren Herzens weiter zurückfahren. Einen Artikel pro Monat wird es aber weiterhin geben – so viel Zeit muss sein.

Mein Newsletter

Seit 2017 biete ich einen Newsletter an. Er hat im Wesentlichen die Funktion, in regelmäßigen Abständen über neue Artikel in meinem Blog zu informieren. Außerdem gibt es Hinweise zu Veranstaltungen und auch ein bisschen Eigenwerbung. So zeige ich z. B. gelegentlich Werke, die ich erstellt oder an denen ich mitgewirkt habe. Dieses Jahr habe ich sechs Newsletter verschickt. Gestartet bin ich mit 35 Abonnenten, aktuell sind es 97. Damit bin ich sehr zufrieden – schließlich bin ich in einer Nische unterwegs und der Newsletter ist im Grunde nur ein Service für diejenigen, die nicht über Twitter oder Xing von meinen Aktivitäten erfahren.

Newsletter: Ausblick ins Jahr 2018

Es wird weitergehen mit dem Newsletter, aber statt bisher sechs wird es nur noch vier Ausgaben im Jahr geben. Der Grund ist, dass ich weniger im Blog publizieren werde. Der Newsletter soll aber trotzdem möglichst für jeden Abonnenten zumindest einen interessanten Beitrag bieten. Bei vier Ausgaben im Jahr enthalten die Newsletter den Hinweis auf jeweils drei Blogartikel. Das reicht hoffentlich, um das genannte Ziel zu erreichen. Wer sich noch in den erlesenen Kreis der Abonnenten einreihen möchte, folge dem Link zur Newsletter-Anmeldung.

Social Media

Dieses Jahr habe ich es also doch getan: Ich habe mich bei Facebook angemeldet. Und nein, es fühlt sich bislang nicht besonders gut an, zumal ich den Eindruck habe, dass es nicht wirklich vorgesehen ist bzw. einem unnötig erschwert wird, das Netzwerk nur beruflich zu nutzen. Mein persönliches Profil ist da, aber nicht aktiv, über die Unternehmensseite (Büro für klare Rechtskommunikation) sind meine Aktivitäten wiederum eingeschränkt. Was mich trotzdem bisher davon abgehalten hat, mich wieder abzumelden, war, dass es der einzige Weg ist, von Leuten und Unternehmen beruflich etwas mitzubekommen, die nur auf Facebook bzw. nicht auf Twitter aktiv sind. Ich nutze Facebook also im Moment überwiegend passiv.

Meine Lieblingsplattform ist und bleibt eindeutig Twitter. Hier erhalte ich am meisten Resonanz auf das, was ich tue, bekomme viel Interessantes mit und werde von anderen inspiriert. Außerdem mag ich die Twitter-Community als solche sehr. Wenn Sie mir noch nicht folgen, bitte hier entlang: @nicolapridik.

Screenshot Twitter-Profil Nicola Pridik

Was ich sehr schön finde: Auch Xing gewinnt gerade wieder an Bedeutung. Das liegt besonders an der Leichte-Sprache-Gruppe dort. Sie zählt gerade mal 145 Mitglieder, von denen vielleicht 10 aktiv sind. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass sich dort etwas entwickelt und ganz langsam ein Netzwerk aus tollen Leuten entsteht, die sich für barrierefreie Kommunikation interessieren und einsetzen. Einige haben sich dieses Jahr auch persönlich kennengelernt. Das spielte glaub ich eine große Rolle für das „Erwachen“ der Gruppe.

Social Media: Ausblick ins Jahr 2018

Ich plane derzeit keine Veränderungen, sondern freue mich einfach nur auf ein neues tolles Twitter-Jahr und einen lebendigen Austausch in der Leichte-Sprache-Gruppe auf Xing. Darüber hinaus hoffe ich, den einen oder anderen Follower/Kontakt im nächsten Jahr auch persönlich zu treffen. Soziale Netzwerke können zwar viel, sie ersetzen aber nicht die persönliche Begegnung.

Was mit Facebook wird, weiß ich noch nicht. Vielleicht schaffe ich es, mich doch intensiver auf den Austausch dort einzulassen, vielleicht bleibe ich aber auch – von wenigen eigenen Postings auf der Unternehmensseite abgesehen – bei der passiven Nutzung.

Rechtsdidaktik

Seit ich selbst als Jurastudentin von Rechtsvisualisierungen profitiert habe, die zu meiner Studienzeit allerdings noch seltener waren als heute, bin ich fest davon überzeugt, dass diese fester Bestandteil der juristischen Lehre sein sollten. Leider ist die Praxis davon jedoch weit entfernt. Immerhin hat aber in den letzten 10 Jahren die Rechtsdidaktik an Bedeutung gewonnen. Von dort ist es zur Rechtsvisualisierung eigentlich nicht mehr weit – dachte ich. Getan hat sich in diesem Bereich bislang trotzdem nur relativ wenig. Umso mehr fiel mir das Buch „Didaktik für Juristen“ von Prof. Dr. Jan M. Eickelberg auf, das im Sommer 2017 erschienen ist. Der Autor geht ganz selbstverständlich davon aus, dass Visualisierungen dazu beitragen können, die Rechtslehre zu verbessern. Ich war begeistert und ließ mich zu einem Blogbeitrag und einer Sketchnote zum Thema „7 didaktische Tipps für Ihre juristischen Lehrveranstaltungen“ inspirieren. Im Herbst habe ich Herrn Eickelberg außerdem persönlich kennengelernt.

7 didaktische Tipps für Ihre juristischen Lehrveranstaltungen

Erwähnenswert ist das alles, weil die Ereignisse meinen Blick in Sachen Rechtsvisualisierung zurück an die Hochschulen gelenkt haben. Dort hat meine heutige Arbeit ja ihren Ursprung, trotzdem war es jahrelang undenkbar, aus den Hochschulen Aufträge zu erhalten. Nun habe ich den Eindruck, dass hier vielleicht doch ganz langsam etwas in Bewegung kommt, denn mir war in der jüngeren Vergangenheit durchaus positiv aufgefallen, dass sich neuerdings auch Professorinnen und Professoren für meine Arbeit interessieren. Zum Jahresende wurde ich sogar von Professor Bergmans, der Herausgeber des Jahresbuchs der Rechtsdidaktik ist, angefragt, ob ich nicht einen Beitrag zur Rechtsvisualisierung für das Jahrbuch 2017 beisteuern möchte. Die Zeit bis zum Abgabetermin war mir zu knapp, aber für das Jahrbuch 2018 sitze ich nun mit im Boot.

Rechtsdidaktik: Ausblick ins Jahr 2018

Es wäre so schön, wenn mehr Lehrende die Visualisierung von Recht für sich entdecken würden. Man könnte an den Hochschulen so viele tolle Dinge machen und die Lehre mit einfachen Mitteln verbessern. Vielleicht fließen meine Ideen dazu ja in den Beitrag für das Jahrbuch ein, mal sehen. Das genaue Thema steht noch nicht fest. Jedenfalls sind ausdrücklich meine Vorschläge und meine Meinung als Praktikerin gefragt. Das gefällt mir schon mal sehr. Ansonsten plane ich, im Februar zur Didacta nach Hannover zu fahren. Vielleicht begegnet mir das Thema Rechtsdidaktik ja auch dort. Ich lass mich überraschen.


Nicola Pridik
Über die Autorin
Nicola Pridik ist Juristin und Inhaberin des Büros für klare Rechtskommunikation in Berlin. Mit ihren Dienstleistungen unterstützt sie ihre Kundinnen und Kunden dabei, Rechtsinformationen verständlich und anschaulich für ihre jeweiligen Zielgruppen aufzubereiten. Dabei steht die Visualisierung von Recht im Mittelpunkt. kontakt@npridik.de, Twitter: @nicolapridik, Xing: www.xing.com/profile/Nicola_Pridik


 

Rück- und Ausblick: Meine Themen in 2017 und 2018 (Teil 1)

 

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