Bildvokabeln für den juristischen Alltag (7): Vertrag

Bestimmt haben Sie als Jurist(in) schon diverse Verträge aufs Papier gebracht. Doch mussten Sie auch schon mal einen zeichnen, also von Hand visualisieren? Nein? Dann haben Sie Glück und können vor Ihrem ersten Auftritt am Flipchart noch darüber nachdenken und trainieren, wie Sie die Herausforderung meistern wollen. Ein großer Paragraf auf einem Blatt Papier geht natürlich immer, aber vielleicht mögen Sie es ja auch etwas kreativer. Zwei Visualisierungsideen stelle ich Ihnen im Folgenden mit Zeichenanleitung vor.

Einigkeit per Handschlag besiegeln

Bestimmt kennen Sie Fotos mit den klassischen Vertragsschluss-Händen. Der Handschlag eignet sich als Bild wunderbar, ist aber sehr schwer zu zeichnen (Nachtrag: Eine Anleitung gibt es jetzt im Beitrag Hände zeichnen Schritt für Schritt). Ich habe deshalb überlegt, welche stark vereinfachte Alternative es gibt, und hatte diese Idee:

Einigkeit durch Handschlag besiegeln - Vertragsschluss

Sie haben Recht: Das könnten genauso gut zwei Menschen sein, die sich begrüßen. Wie bei allen Bildvokabeln gilt auch hier: Die konkrete Bedeutung eines mehrdeutigen Bildes ergibt sich wahrscheinlich aus dem Kontext (wenn Sie am Flipchart zeichnen, halten Sie vermutlich einen Vortrag oder es handelt sich um eine Besprechung). Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, können Sie ansonsten auch klarstellend den Begriff „Vertrag“ an die Zeichnung schreiben. Das ist ein übliches Vorgehen und nicht etwa Ausdruck mangelnder Visualisierungskompetenz. Wort und Bild brauchen vielmehr einander, um einen Inhalt eindeutig und zugleich anschaulich zu vermitteln.

Einen schriftlichen Vertrag zeichnen

Wollen Sie stärker betonen, dass es sich bei dem Vertrag um ein Dokument handelt, können Sie den Handschlag auf einem Blatt Papier platzieren. Ich habe noch Unterschriften hinzugefügt, war mir aber nicht ganz sicher, ob die Zeichnung dadurch nicht schon wieder zu kleinteilig wird. Andererseits ist es bei schriftlichen Verträgen üblich, dass die Vertragspartner sie unterschreiben. Bei gesetzlich vorgeschriebener Schriftform hängt sogar die Wirksamkeit des Vertrages davon ab.

Einen schriftlichen Vertrag zeichnen


Nicola Pridik

Über die Autorin
Nicola Pridik ist Juristin und Inhaberin des Büros für klare Rechtskommunikation in Berlin. Mit ihren Dienstleistungen unterstützt sie ihre Kundinnen und Kunden dabei, Rechtsinformationen verständlich und anschaulich für ihre jeweiligen Zielgruppen aufzubereiten. Dabei steht die Visualisierung von Recht im Mittelpunkt. kontakt@npridik.de, Twitter: @nicolapridik, Xing: www.xing.com/profile/Nicola_Pridik


 

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