Bildvokabeln für den juristischen Alltag (1): Gesetzbuch

Begriffe mit Bildern zu veranschaulichen, ist für Juristen ungewohnt. Das sollte sich schleunigst ändern, denn die meisten Menschen brauchen Bilder, um Inhalten ihre Aufmerksamkeit zu schenken, sie zu verstehen und zu behalten. Was also tun? Für den Anfang schlage ich vor: Schnappen Sie sich Stift und Papier und zeichnen Sie doch einfach mal was. Vielleicht neigen Sie ohnehin dazu, beim Telefonieren oder in einer langweiligen Besprechung die Kästchen auf einem Blatt Papier auszumalen. Das geht auch kreativer. Sie könnten z. B. zur Abwechslung mal ein Gesetzbuch zeichnen. Wie das geht, zeige ich Ihnen Schritt für Schritt in diesem Artikel. Zeichentalent brauchen Sie dafür übrigens nicht, nur ein bisschen Übung.

Lernen Sie die visuelle Sprache

Begriffe in einfacher Art und Weise zu visualisieren, macht nicht nur Spaß, sondern hat überdies einen Sinn: Wenn Sie nämlich einige Bildvokabeln beherrschen, die in Ihrem Alltag häufig vorkommen, werden Sie auch routinierter und mutiger im Gebrauch der visuellen Sprache. Die Chancen stehen gut, dass Ihre Notizen auf dem Flipchart, der Tafel oder einem Blatt Papier dann irgendwann nicht mehr nur Text enthalten, sondern auch Bilder – ein echter Gewinn, wenn Sie mich fragen.

Um Ihnen den Einstieg in die Welt der visuellen Sprache ein bisschen zu erleichtern, begleite ich Sie in den nächsten Wochen mit ein paar Zeichentipps. Das Ziel ist, Ihnen einige Bildvokabeln vorzustellen und Sie in die Lage zu versetzen, diese nachzuzeichnen. In Wahrheit geht es allerdings um noch viel mehr: Ich möchte, dass Sie Lust bekommen auf Visualisierungen – ganz allgemein und speziell im Recht. Sie wissen ja gar nicht, was Sie verpassen …

Aber nun los. Zeichnen wir ein Gesetzbuch.

Das Gesetzbuch können Sie als Bildvokabel z. B. wie folgt einsetzen: für ein konkretes Gesetz, eine Gesetzessammlung, eine spezielle Rechtsgrundlage oder allgemein für Recht und Gesetz.

Schönfelder und Satorius ganz leicht

Gesetzbuch zeichnen - stehend

Dass es sich bei den dicken roten Backsteinen um Gesetzessammlungen handelt, ist natürlich ein juristischer Insider. Wenn auch andere Menschen Ihre Zeichnung als Gesetz erkennen sollen, empfiehlt es sich deshalb, ein Paragrafenzeichen auf dem Buchrücken zu platzieren.

Dünnere stehende Bücher können Sie in der gleichen Weise zeichnen. Hier macht es sich allerdings gut, wenn Sie die waagerechten Kanten des Buchrückens nicht gerade zeichnen, sondern leicht nach unten geschwungen.

Ein aufgeschlagenes Gesetzbuch

Gesetzbuch zeichnen - aufgeschlagen

Hier drei Möglichkeiten, die leeren Seiten des aufgeschlagenen Buches zu füllen:

Gesetzbuch zeichnen - aufgeschlagen - Seitengestaltung

Als Gesetz erkennt man das Buch sicher am besten mit dem Paragrafenzeichen. Bei den anderen beiden Vorschlägen müsste sich aus dem Zusammenhang ergeben, dass es sich um ein Gesetz handelt und nicht um irgendein Buch.

Ein liegendes Gesetzbuch

Gesetzbuch zeichnen - liegend


Nicola Pridik
Über die Autorin
Nicola Pridik ist Juristin und Inhaberin des Büros für klare Rechtskommunikation in Berlin. Mit ihren Dienstleistungen unterstützt sie ihre Kundinnen und Kunden dabei, Rechtsinformationen verständlich und anschaulich für ihre jeweiligen Zielgruppen aufzubereiten. Dabei steht die Visualisierung von Recht im Mittelpunkt. kontakt@npridik.de, Twitter: @nicolapridik, Xing: www.xing.com/profile/Nicola_Pridik


 

Zeichentipps (nicht nur) für Juristen (90 Bildvokabeln mit Zeichenanleitungen)

Sketchnotes zu rechtlichen Themen

So entstehen meine Sketchnotes zu rechtlichen Themen

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