Skalierbare Icons in PowerPoint zeichnen, speichern und wiederverwenden

Sechs handgezeichnete Icons auf einer PowerPoint-Folie

Selbstgezeichnete Icons lassen sich in einem Vortrag oder Seminar nicht nur am Flipchart oder Whiteboard einsetzen. Sie machen sich auch gut auf Präsentationsfolien oder in Schaubildern, die Sie in PowerPoint erstellen. Allerdings benötigen Sie Ihre Zeichnungen dafür in digitaler Form, zumindest wenn Sie nicht unnötig viel Zeit mit dem Einscannen oder Abfotografieren sowie der Nachbearbeitung Ihrer Werke verbringen wollen. Scheitert die Umsetzung also bereits daran, dass Sie als Jurist(in) keine Zeit haben, sich auch noch mit geeigneter Zeichen-Software zu befassen? Keineswegs, denn wie Sie sicher wissen, bietet auch PowerPoint Zeichentools an. Die Frage ist nur: Reichen deren begrenzten Möglichkeiten aus, um akzeptable Ergebnisse zu erzielen? Können Sie Ihre Icons insbesondere verlustfrei skalieren, Schatten setzen und die Flächen bei Bedarf einfärben? Und was ist zu tun, wenn Sie Ihre Zeichnungen wiederverwenden wollen? Ich habe mir das mal näher angesehen.

Um in PowerPoint zeichnen zu können, benötigen Sie ein Touchscreen-Tablet, auf dem PowerPoint installiert ist, und einen digitalen Stift. In der Online-Version des Programms stehen die Zeichentools nicht zur Verfügung. Die Alternative zum Tablet ist, für die Arbeit am Desktop-Rechner ein Grafiktablett mit Eingabestift einzusetzen. Das erfordert allerdings einige Übung.

Wenn Sie lieber auf Papier zeichnen, finden Sie im Beitrag Handgezeichnete Bilder in PowerPoint-Präsentationen einfügen und bearbeiten Hinweise zum Vorgehen.

Die technischen Angaben in diesem Beitrag beziehen sich auf PowerPoint als Bestandteil von Office 365 für Windows. Ich gehe davon aus, dass sie auf PowerPoint 2019 übertragbar sind. Auch in PowerPoint 2013 und 2016 ist eine Freihandeingabe mit Stift vorgesehen. Ob die nachfolgenden Ausführungen allerdings (abgesehen von einer etwas anderen Optik und Bezeichnung der entsprechenden Registerkarte) entsprechend gelten, kann ich leider nicht sagen.

Konturen zeichnen

Um Icons für Ihre Präsentationen oder Schaubilder in PowerPoint zu zeichnen, öffnen Sie die entsprechende PowerPoint-Datei auf Ihrem Tablet, rufen eine neue Folie auf oder die Folie, auf der Sie Icons platzieren möchten, und wechseln dann auf die Registerkarte Zeichnen. In PowerPoint 2019 und Office 365 wird die Registerkarte automatisch angezeigt. In PowerPoint 2013 und 2016 heißt die Registerkarte noch Freihandtools/Stifte und muss über die Registerkarte Überprüfen > Freihandeingabe starten aktiviert werden. Wählen Sie dann den schwarzen Stift mit runder Spitze aus und zeichnen Sie los.

Durch nochmaliges Anklicken des Stiftes klappen Sie ein Menü auf, über das Sie die Linienstärke verändern und eine andere Farbe auswählen können. Die fünf möglichen Linienstärken liegen zwischen 0,25 und 3,5 mm. Bei der Farbe sind Sie nicht auf die angezeigten Farbquadrate beschränkt. Wenn Sie weiter unten auf den Menüpunkt Weitere Farben klicken, steht Ihnen ein sehr viel umfangreicheres Farbspektrum zur Verfügung. Das Menü schließt automatisch, wenn Sie anfangen zu zeichnen oder den Stift ein drittes Mal anklicken. Ist ein schwarzer Stift bei Ihnen nicht vorhanden, können Sie ihn über wie folgt einfügen: Zeichnen > Gruppe Stifte > Stift hinzufügen > Stift.

Der folgende Screenshot zeigt die Registerkarte Zeichnen und das aufgeklappte Menü des schwarzen Stiftes:

Screenshot PowerPoint, Registerkarte Zeichnen und Kontextmenü schwarzer Stift

Falls Ihre Zeichnung nicht auf Anhieb gelingt, hilft Ihnen der Radierer auf der Registerkarte Zeichnen (Gruppe Tools), Konturen zu löschen. Um die Größe des Radierers festzulegen, klappen Sie das Menü auf, das sich hinter dem kleinen schwarzen Pfeil auf der Schaltfläche befindet (siehe Screenshot oben).

In welcher Größe Sie Ihr Icon zeichnen, ist im Prinzip erst mal egal, denn Sie können es anschließend beliebig skalieren. Wissen sollten Sie aber, dass sich die Linienstärke beim Skalieren nicht automatisch anpasst. Zeichnen Sie beispielsweise eine kleine Lupe in der Linienstärke 4 (siehe Screenshot unten, Lupe links) und vergrößern Sie die Lupe anschließend (Lupe Mitte), wirkt die Linie auf einmal viel dünner, weil das Verhältnis von Objektgröße und Linienstärke ein anderes ist. Um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, müssen Sie bei der großen Lupe die Linienstärke auf 5 erhöhen (Lupe rechts).

Verhältnis von Objektgröße und Linienstärke:

Verhältnis von Objektgröße und Linienstärke beim Zeichnen in PowerPoint

Gehen Sie also am besten wie folgt vor: Entweder Sie zeichnen gleich in der Zielgröße (ist diese relativ klein, empfiehlt es sich, mit der üblichen Zwei-Finger-Geste in die Folie hineinzuzoomen, damit Sie besser sehen, was Sie zeichnen). Oder Sie zeichnen Ihr Icon in einer beliebigen Größe, markieren es anschließend, skalieren es auf die gewünschte Größe und passen dann die Linienstärke an.

Zeichnung markieren, skalieren und verschieben

Um Ihre Zeichnung zu markieren, klicken Sie zunächst auf der Registerkarte Zeichnen ganz links auf das Auswahlwerkzeug (Button Auswählen). Anschließend tippen Sie mit Ihrem digitalen Stift auf das Icon. Dabei müssen Sie eine beliebige Stelle seiner Kontur treffen. Nun können Sie das markierte Icon an einem der Eckpunkte mit dem Stift greifen und skalieren. Einzelne Bestandteile eines Icons lassen sich auswählen, indem Sie innerhalb des mit dem Auswahlwerkzeug markierten Icons den entsprechenden Abschnitt der Kontur anklicken.

Screenshot PowerPoint: Zeichentools

Neben dem Auswahlwerkzeug gibt es noch die sog. Lassoauswahl (ebenfalls Zeichnen > Gruppe Tools).  Sie ist insofern flexibler als das Auswahlwerkzeug, als sie auch das unmittelbare Markieren von gezeichneten Objekten ermöglicht, die Teil einer Gruppe sind (das Programm fasst zuweilen Gezeichnetes auch automatisch in Gruppen zusammen). Was Sie mit dem Auswahlwerkzeug nicht auf Anhieb zu fassen kriegen, lässt sich mit dem Lasso meist leichter einfangen: Klicken sie auf die Schaltfläche Lassoauswahl und dann auf einen beliebigen Punkt in der Nähe der Zeichnung, die Sie markieren wollen. Anschließend umfahren Sie mit dem Stift die zu markierenden Objekte und „werfen“ so eine gestrichelte, in sich geschlossene Kontur wie ein Lasso um die Zeichnung(en) oder deren Bestandteile.

Von dem Auswahlwerkzeug  unterscheidet sich das Lasso ansonsten dadurch, dass man mit ihm ausschließlich Handgezeichnetes markieren kann und nach der Markierung auch nur bestimmte Arbeitsschritte möglich sind: Sie können Breite und Farbe der markierten Konturen ändern (wahlweise über die Registerkarten Zeichnen oder Formformatierung), die markierten Konturen skalieren, verschieben und über die Menüleiste (!) der Registerkarte Formformatierung gruppieren oder entgruppieren. Alle anderen Arbeitsschritte setzen entweder voraus, dass Sie die Markierung mit dem Auswahlwerkzeug vorgenommen oder dieses zumindest nach der Markierung mit dem Lasso aktiviert haben. Insbesondere ist es nur mit aktiviertem Auswahlwerkzeug möglich, ein Kontextmenü zur markierten Zeichnung zu öffnen.

Zum Verschieben einer markierten Zeichnung klicken Sie die Markierung hinein und ziehen die Zeichnung an die gewünschte Stelle.

So oder ähnlich sieht es dann aus, wenn Sie mit Ihren Konturen fertig sind:

Screenshot PowerPoint: Registerkarte Zeichnen und Folie mit sechs handgezeichneten Icons

Wenn Sie im Nachhinein die Farbe der Kontur ändern wollen, ist das Vorgehen davon abhängig, wie Sie die Zeichnung oder einen Bestandteil davon markieren: Nutzen Sie dafür das Auswahlwerkzeug, drücken Sie etwas länger mit dem Stift in die Markierung, bis ein Kontextmenü erscheint, in dem Sie u. a. die Schaltfläche Kontur finden. Über diese wählen Sie dann eine andere Farbe aus. Wenn Sie die Lassoauswahl zum Markieren verwenden, wählen Sie auf der Registerkarte Zeichnen einen anderen Stift (keinen Textmarker oder Bleistift) oder ändern beim ursprünglichen Stift die Farbeinstellung.

Das Wichtigste zusammengefasst: Die Icons, die Sie in PowerPoint zeichnen, haben keinen Hintergrund und sind verlustfrei skalierbar. Die Farbe der Kontur ist beliebig einstellbar und kann auch im Nachhinein noch geändert werden. Für die Konturen gibt es bei Stiften fünf Stärken zwischen 0,25 und 3,5 mm zur Auswahl. Die passende Stärke ist von der Größe der Zeichnung abhängig.

Flächen der Icons füllen

Normalerweise reichen Kontur und Schatten (dazu später) für ein einfaches und dennoch professionelles Erscheinungsbild Ihrer Zeichnungen völlig aus. Platzieren Sie ein Icon mit schwarzer Kontur allerdings auf einem farbigen Hintergrund, so kann es ratsam sein, es mit einer weißen Fläche auszustatten, damit es sich besser vom Hintergrund abhebt (siehe das rechte Beispiel im nächsten Screenshot). Auch Icons mit farbiger Fläche machen sich zuweilen gut, wie das Beispiel mit der Glühbirne zeigt:

Icon Glühbirne mit orangem Kopf und Icon 5er Gruppe Menschen, weiß hinterlegt, auf hellblauem Grund

Leider bietet PowerPoint keine komfortable Möglichkeit, die Flächen einer Zeichnung einzufärben. Insbesondere kann man ihr keine Füllfarbe zuweisen. Interessanterweise ist das anders, wenn man seine Zeichnungen nicht mit dem Stift angefertigt hat, sondern mit der Maus, sie sodann als EMFs gespeichert, die EMF-Grafiken wieder in die Präsentation eingefügt, in Office-Zeichnungsobjekte umgewandelt und entgruppiert hat. Das aber nur am Rande, denn es hilft nicht wirklich weiter. Ich jedenfalls schaffe es nicht, mit der Maus zu zeichnen. Wenn es Ihnen genauso geht, bleibt nur ein etwas aufwendigerer Weg, der aber immerhin zu dem gewünschten Ergebnis führt: Sie legen weiße bzw. farbige Formen ohne Kontur als Flächen hinter Ihre Zeichnungen.

Was ist dafür zu tun? Wechseln Sie auf die Registerkarte Einfügen und klappen Sie in der Gruppe Illustrationen die Formensammlung auf. Hier wählen Sie das Icon für die Freihandform aus:

Screenshot PowerPoint: Ausschnitt Formensammlung, markiert ist das Icon für die Freihandform

Ohne zuvor auf die Folie zu klicken fahren Sie dann ohne jeglichen Klick mit dem Stift die Kontur ab, die Sie mit der Form hinterlegen möchten. Meist werden das nur die Außenkonturen Ihres Icons sein. Sind Sie beim Abfahren der Kontur wieder genau (!) am Ausgangspunkt angekommen, wird die gezeichnete Form inklusive Füllfarbe automatisch angezeigt. Alternativ beenden sie den Vorgang mit einem Doppelklick. In diesem Fall sehen Sie nur die Kontur der Form.

Als nächstes korrigieren Sie oder bestimmen erstmals die gewünschte Füllfarbe der Form. Dafür gehen Sie auf Zeichnen > Gruppe Tools > Auswählen, markieren die Form und drücken dann länger mit dem Stift in die Markierung, bis das Kontextmenü u. a. mit dem Menüpunkt Füllung erscheint. Über den Button Kontur desselben Menüs entfernen Sie dann den Rahmen der Form und legen diese schließlich über den Button In den Hintergrund hinter Ihre Zeichnung. Sind Sie mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden, können Sie abschließend noch die Punkte bearbeiten, über die die Form definiert wird. Auch der Menüpunkt Punkte bearbeiten ist im Kontextmenü der Form zu finden. (Da die Punktbearbeitung ein Thema für sich ist und einige Übung erfordert, möchte ich darauf an dieser Stelle nicht weiter eingehen.)

Empfohlen sei, Kontur und Form gleich zu gruppieren, damit Sie Ihr Icon problemlos verschieben und skalieren können, ohne dass Kontur oder Form verrutschen. Klicken Sie zu diesem Zweck erneut auf Zeichnen > Gruppe Tools > Auswahl und ziehen Sie mit dem Stift über das Icon, so wie Sie sonst mit der Maus Objekte markieren. Anschließend drücken Sie mit dem Stift etwas länger in die Markierung und klicken in dem erscheinenden Kontextmenü auf Gruppieren > Gruppieren.

Das Wichtigste zusammengefasst: Die Flächen Ihrer handgezeichneten Icons füllen Sie bei Bedarf, indem Sie eine rahmenlose Freihandform in der gewünschten Farbe in den Hintergrund der Icons legen.

Icons speichern

Praktisch ist, dass Sie Ihre Icons inklusive (oder auch ohne) Flächenfüllung aus Ihrer Präsentation heraus einzeln als Grafiken speichern können. So ist es möglich, sie in einem eigenen Ordner zu sammeln und über Einfügen > Bilder bei Bedarf auch in anderen Präsentationen zu verwenden. Wie Sie im nächsten Abschnitt sehen werden, ist es aber trotzdem ratsam, die Original-Zeichnungen aufzuheben.

Tipp: Stellen Sie sich eine kleine Iconsammlung für Ihr Rechts-/Fachgebiet zusammen.

Um ein Icon zu speichern, markieren Sie es (Zeichnen > Gruppe Tools > Auswählen) und drücken dann etwas länger mit dem Stift auf einen beliebigen Punkt innerhalb der Markierung. In dem erscheinenden Kontextmenü klicken Sie auf den Punkt Als Grafik speichern:

Kontextmenü eines handgezeichneten Icons, markiert ist der Menüpunkt "Als Grafik speichern"

Es öffnet sich ein neues Fenster, in dem Sie einen geeigneten Speicherort für Ihr Icon festlegen, dem Icon einen Namen geben und bei Dateityp Erweiterte Windows Metadatei (EMF) auswählen. Es handelt sich um ein Vektor-Dateiformat, sodass sichergestellt ist, dass Ihre Icons auch dann noch verlustfrei skalierbar sind, wenn Sie sie über die Bilder-einfügen-Funktion in andere Präsentationen importieren. Das SVG-Format auszuwählen ist dagegen keine gute Idee, auch wenn es sich ebenfalls um ein Vektorformat handelt. Ich habe es mehrfach ausprobiert und erhalte immer unbrauchbare Dateimischformen aus Raster- und Vektorgrafik. (Interessanterweise unterscheiden sich die Ergebnisse auch am Desktop-Rechner und am Tablet, obwohl auf beiden Geräten die gleiche PowerPoint-Version installiert ist.) An anderer Stelle hatte ich schon die Erfahrung gemacht, dass aus PowerPoint heraus erstellte PNG-Dateien keine gute Qualität haben (gezeigt hatte sich das daran, dass die Transparenzfunktion bei diese Dateien zu keinen guten Ergebnissen führte, siehe Beitrag Handgezeichnete Bilder in PowerPoint-Präsentationen einfügen und bearbeiten). Für SVG-Dateien scheint Ähnliches zu gelten. Der Umgang mit bereits vorliegenden SVGs bereitet dagegen keine Probleme.

Das Wichtigste zusammengefasst: Handgezeichnete Icons speichern Sie aus PowerPoint heraus am besten als EMF-Datei.

Icons wiederverwenden

Wenn Sie Ihre Icons später in einer anderen Präsentation nutzen wollen, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Sie kopieren Ihre Zeichnungen aus der alten PowerPoint-Präsentation in die neue.
  2. Sie fügen die gespeicherten Icon-EMF-Dateien über Einfügen > Bilder in die Präsentation ein.

Möglichkeit 1 ist logistisch etwas umständlich, weil Sie erst die Präsentation mit den Originalen suchen, öffnen, dort nach den fraglichen Icons Ausschau halten und sie kopieren müssen. Der Vorteil ist aber, dass Sie die Icons ebenso bearbeiten können wie die Originale. Bei Möglichkeit 2 ist es genau umgekehrt: Das Einfügen ist schnell erledigt, dafür sind die Bearbeitungsmöglichkeiten eingeschränkt. Sie haben nämlich keinen Zugriff mehr auf die einzelnen Bestandteile Ihrer Zeichnungen.

Konkret sieht es mit der Bearbeitung der eingefügten EMF-Dateien wie folgt aus:

Skalieren: Da die Zeichnungen in einem Vektorformat gespeichert wurden, ist es problemlos möglich, sie ohne Qualitätsverlust zu skalieren. Anders als beim Skalieren einer Zeichnung (siehe oben) passt sich die Strichstärke beim Skalieren der EMF-Grafik auch automatisch an.

Konturfarbe ändern: Markieren Sie die Grafik und gehen Sie auf Bildformat > Farbe. In dem erscheinenden Menü können Sie eine Farbvorschau-Variante auswählen oder über den Menüpunkt Weitere Varianten die Farbpalette aufrufen:

Screenshot PowerPoint: aufgeklapptes Menü "Farbe" der Registerkarte "Bildformat", Beispiel Glühbirne

Teile der Icons bearbeiten/löschen: In der Theorie ist dies möglich, denn EMF-Dateien lassen sich in Office-Zeichnungsobjekte umwandeln und anschließend entgruppieren, sodass Sie Zugriff auf die einzelnen Bestandteile Ihrer Zeichnung haben. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass man von diesem Vorhaben lieber Abstand nehmen sollte. Die Konturen der Zeichnungen leiden nämlich darunter, wie der folgende Vergleich zeigt:

Vergleich einer als EMF gespeicherten und eingefügten PowerPoint-Zeichnung und der in ein Office-Zeichnungsobjekt umgewandelten EMF-Datei am Beispiel des Icons Glühbirne

Die eingefügte EMF-Datei  sieht noch gut, sobald man sie allerdings in ein Office-Zeichnungsobjekt umwandelt, wird die Kontur fleckig.

Das Wichtigste zusammengefasst: Handgezeichnete Icons, die Sie als EMF-Dateien gespeichert haben, können Sie in andere PowerPoint-Präsentationen einfügen, dort verlustfrei skalieren und anders einfärben. Da die Umwandlung in ein Microsoft-Office-Zeichnungsobjekt mit anschließender Entgruppierung nicht zu empfehlen ist, haben Sie aber keinen Zugriff mehr auf einzelne Bestandteile Ihrer Zeichnungen. Möchten Sie sich diese Möglichkeit erhalten, müssen Sie Ihre Icons aus der PowerPoint-Präsentation mit den Original-Zeichnungen kopieren. Heben Sie diese also auf jeden Fall auf. Sie können sich auch eine PowerPoint-Datei anlegen, in der Sie alle Ihre Zeichnungen sammeln.

Schatten einfügen

Schatten verleihen Ihren Zeichnungen Tiefe und lassen sie unabhängig von Ihren zeichnerischen Fähigkeiten schicker aussehen.

Screenshot PowerPoint: Registerkarte Zeichnen und Folie mit sechs handgezeichneten Icons, diesmal mit Schatten

Gesetzt werden können die Schatten naturgemäß erst dann, wenn die Icon-Konturen vorliegen. Das führt allerdings dazu, dass sich ein Übermalen der Konturen nicht vermeiden lässt. Was also tun? In vielen Zeichenprogrammen ist es möglich, Konturen und Schatten auf unterschiedlichen Ebenen der Arbeitsfläche zu platzieren und die Ebene mit den Schatten unter die Ebene mit den Konturen zu legen. So hat man das Problem für alle Zeichnungen auf einer Seite mit einem Schlag gelöst. In PowerPoint ist das in dieser Form leider nicht möglich. Was aber geht, ist das Stapeln von Schatten und Konturen einzelner Objekte. Gehen Sie dafür wie folgt vor:

Zunächst richten Sie über Zeichnen > Gruppe Stifte > Stift einfügen > Stift einen grauen Stift mit (in der Regel) maximaler Linienstärke ein und zeichnen mit diesem sodann den Schatten. Leider ist die Linienstärke der Zeichen-Stifte in PowerPoint begrenzt. Wenn Sie nicht gerade ein sehr kleines Icon mit Schatten versehen wollen, können Sie den Schatten folglich nicht in einem schwungvollen Strich zeichnen, sondern benötigen mehrere Striche.

Anschließend markieren Sie den Schatten, indem Sie zunächst das Auswahlwerkzeug aktivieren (Zeichnen > Gruppe Tools > Auswählen) und dann mit dem Stift auf den Schatten tippen. Drücken Sie nun nochmals etwas länger mit dem Stift in das markierte Objekt, um dessen Kontextmenü aufzurufen. Hier wählen Sie den Menüpunkt In den Hintergrund. Der Schatten verschwindet daraufhin hinter der Kontur, soweit er diese zuvor verdeckt hat.

Angesichts des Problems mit der begrenzten Linienstärke könnte man auf die Idee kommen, statt des Stiftes einen grauen Textmarker zum Zeichnen der Schatten zu verwenden. Der Textmarker hat eine breitere Keilspitze und kann deshalb breitere Linien zeichnen als der Stift. Bei ihm liegen die möglichen Linienstärken zwischen 2 und 10 mm. Hier die maximalen Strichstärken von Stift und Textmarker im Vergleich:

PowerPoint: Maximale Strichstärke von Stift und Textmarker im Vergleich

Der Textmarker hat außerdem den Vorteil, dass er nicht deckend ist. So fällt das Übermalen der Konturen nicht so sehr auf und man kann sich sparen, den Schatten in den Hintergrund zu legen. Probleme bekommen Sie mit dem Textmarker jedoch, wenn Sie die Icons inklusive Schatten als EMF speichern und wiederverwenden. Der Schatten wird dann nämlich auf einmal anders dargestellt als in der Original-Zeichnung: Nicht nur das Grau wird heller, man sieht auch innerhalb des Schattens überlappende Striche und zudem die übermalte Kontur (siehe unten rechts):

Vergleich: PowerPoint-Zeichnung mit Textmarker-Schatten und als EMF eingefügte PowerPoint-Zeichnung mit Textmarker-Schatten

Derartige Probleme treten beim Stift-Schatten nicht auf:Vergleich: PowerPoint-Zeichnung mit Stift-Schatten und als EMF eingefügte PowerPoint-Zeichnung mit Stift-Schatten

Halten wir also fest:

Schatten zeichnen Sie in PowerPoint idealerweise mit einem Stift mit möglichst breiter Spitze. Anschließend legen Sie den Schatten hinter die Kontur. Icons mit Stift-Schatten können Sie als EMF speichern und wiederverwenden. Breitere Schattenlinien lassen sich mit einem grauen Textmarker erzeugen. In den Original-Zeichnungen sparen Sie sich so das Anordnen der Schatten hinter der Kontur. Icons mit Textmarker-Schatten eignen sich aber nicht, um als EMF-Datei gespeichert und wiederverwendet zu werden. Sie können aber natürlich Ihre Icons ohne Schatten speichern und den Schatten im Falle der Wiederverwendung der Icons neu setzen.

Resümee

Ich hätte es selbst nicht für möglich gehalten, aber es ist tatsächlich keine schlechte Idee, handgezeichnete Icons für die Verwendung in PowerPoint auch direkt in PowerPoint zu zeichnen. Die zur Verfügung stehenden Zeichentools sind zwar im Vergleich zu denen in Zeichen-Programmen deutlich eingeschränkt, für einfache Zeichnungen zum Zwecke der Kommunikation reichen sie aber völlig aus. Sogar Schatten lassen sich setzen. Und verlustfrei skalieren kann man die Icons auch. Eine eventuell gewünschte Füllung der Icon-Flächen ist dagegen etwas aufwendiger, weil man eine entsprechend eingefärbte Freihandform hinter die Icon-Kontur legen muss. Auch das ist aber machbar. Die Icons lassen sich einzeln als skalierbare EMF-Grafiken speichern und wiederverwenden. Dabei will gut überlegt sein, ob man sie mit oder ohne Schatten bzw. Flächenfüllung speichert, denn die EMF-Grafiken sind nur noch eingeschränkt bearbeitbar. Auf jeden Fall ist es ratsam, die Original-Zeichnungen aufzubewahren und ggf. in einer eigens dafür vorgesehenen PowerPoint-Datei zu sammeln.


Nicola Pridik
Über die Autorin
Nicola Pridik ist Juristin und Inhaberin des Büros für klare Rechtskommunikation in Berlin. Mit ihren Dienstleistungen unterstützt sie ihre Kundinnen und Kunden dabei, Rechtsinformationen verständlich und anschaulich für ihre jeweiligen Zielgruppen aufzubereiten. Dabei steht die Visualisierung von Recht im Mittelpunkt. kontakt@npridik.de, Twitter: @nicolapridik, Xing: www.xing.com/profile/Nicola_Pridik


 

Menschen zeichnen in Sketchnotes und am Flipchart

Icons für Ihre Präsentationen und Schaubilder in PowerPoint

Zeichentipps (nicht nur) für Juristen

, , ,