Visualisierung rechtlicher Inhalte in Leichte-Sprache-Texten

Anfang Oktober ist bei Frank & Timme das „Handbuch Barrierefreie Kommunikation“ erschienen. Mit 41 Beiträgen aus Wissenschaft und Praxis stellt es den aktuellen Forschungs- bzw. Erkenntnisstand in der Verständlichkeitsforschung und den verschiedenen Bereichen der barrierefreien Kommunikation dar. Auch das Thema Rechtskommunikation kommt dabei zur Sprache. Ich bin mit einem Beitrag zur Visualisierung rechtlicher Inhalte in Leichte-Sprache-Texten vertreten. Nachfolgend möchte ich den Leser(inne)n des Buches die Schaubilder aus meinem Beitrag in farbiger Fassung zeigen und außerdem ein paar Hintergrundinformationen ergänzen. Alle anderen erfahren anhand der Beispiele, wie es aktuell um meine Idee steht, mithilfe der Rechtsvisualisierung Verständnisbarrieren im Recht so weit abzubauen, dass auch Leichte-Sprache-Leser(innen) davon profitieren.

Leichte Sprache als Studieninhalt an der Hochschule für öffentliche Verwaltung RLP

Die Diplom-Psychologin Dr. Martina Ludwig ist Dozentin an der Hochschule für öffentliche Verwaltung Rheinland-Pfalz (HöV RLP). Sie bringt angehenden Verwaltungsfachleuten bei, wie die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürger(inne)n gelingen kann. Auch die Leichte Sprache ist dabei ein Thema. Im Juni 2017 fragte mich Frau Ludwig, ob sie meinen Blogbeitrag „7 Dinge, die Sie über Leichte Sprache wissen sollten“ in ihrem Unterricht verwenden darf. Sie durfte, und ich hatte das große Glück, einige Monate später einen ausführlichen Erfahrungsbericht zu erhalten. Zunächst einmal freute ich mich riesig über das positive Feedback zu meinem Text. Der Bericht bot aber darüber hinaus auch einen spannenden Einblick in die Arbeit von Lehrkräften, die das Thema Leichte Sprache einem vornehmlich an Recht, Wirtschaft und Verwaltung interessierten Personenkreis näherbringen sollen. Darüber wollte ich unbedingt in meinem Blog berichten. Deshalb gibt es nun dieses Interview. 

Rück- und Ausblick: Meine Themen in 2017 und 2018 (Teil 1)

Gefühlt war 2017 das bislang kürzeste Jahr meiner Selbstständigkeit: Kaum hat es angefangen, ist es auch schon wieder vorbei. Dabei türmen sich hier noch zahlreiche Dinge, die ich mir eigentlich für dieses Jahr vorgenommen hatte … Aber es gibt auch gute Nachrichten: Ich habe endlich herausgefunden, wie ich die Rechtsvisualisierung für die barrierefreie Kommunikation (konkret: die Vermittlung von Rechtsinformationen in Leichter Sprache) nutzbar machen kann. Überhaupt war die Leichte Sprache mit Abstand das wichtigste Thema in diesem Jahr. Deshalb widme ich ihr auch den gesamten ersten Teil meines Rück- und Ausblicks. Was mich sonst beschäftigt hat, erfahren Sie im zweiten Teil, der in Kürze folgt.

Rechtsvorschriften als Sketchnote: § 11 BGG (Verständlichkeit und Leichte Sprache)

Im Sommer 2016 wurde das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) novelliert. Dabei ging es auch darum, Menschen mit einer geistigen Behinderung künftig die barrierefreie Kommunikation mit Behörden des Bundes zu ermöglichen. Konkret hieß das: Es mussten Regelungen zur Leichten Sprache ins Gesetz. Diese finden sich nun in § 11 BGG. Während die aktuelle Fassung der Vorschrift lediglich in sehr allgemeiner Form signalisiert, dass die Behörden des Bundes künftig mehr Leichte Sprache einsetzen sollen, wird es zum 1. Januar 2018 mit einer Neufassung des § 11 BGG konkreter. Was dann dort geregelt ist, veranschaulicht die Sketchnote, die ich Ihnen in diesem Beitrag vorstellen möchte.

Schaubild zur Erbfolge in Leichter Sprache

Wie erklärt man Menschen mit Leseeinschränkungen auf einer DIN-A4-Seite, wer sie beerbt, wenn sie sterben? Das wollte ich wissen und habe mich an einem Schaubild zur Erbfolge in Leichter Sprache versucht. Das Ergebnis möchte ich Ihnen in diesem Beitrag vorstellen und dabei auch auf die Probleme eingehen, die mich bei der Erstellung beschäftigt haben. Wichtig war mir vor allem die Botschaft an die Adressat(inn)en, dass sie frühzeitig ein Testament oder einen Erbvertrag machen sollten, wenn sie die Erbfolge selbst bestimmen möchten. Schließlich wissen wir alle nicht, wann wir sterben. Ohne letztwillige Verfügung tritt im Todesfall die gesetzliche Erbfolge ein, die zwar den eigenen Wünschen entsprechen kann, aber nicht muss. 

Juristische Schaubilder in Leichter Sprache

Schaubilder eignen sich hervorragend, um rechtliche Strukturen und Zusammenhänge anschaulich zu vermitteln und anderen Menschen das Verstehen von Recht zu erleichtern. Wahrscheinlich können auch die meisten Zielgruppen der Leichten Sprache von derartigen Visualisierungen profitieren. Die Frage ist nur: Wie müssen juristische Schaubilder in Leichter Sprache konkret aussehen, um das anvisierte Ziel zu erreichen? Das möchte ich herausfinden und habe mir deshalb mal drei Themen beispielhaft zur Visualisierung vorgenommen. Die Ergebnisse zeige ich Ihnen in diesem Beitrag. Dabei lasse ich Sie sowohl an den Problemen und Fragen, aber auch an den Erkenntnissen teilhaben, die mich bei der Erstellung begleitet haben.