So profitieren Sie in Ihren rechtlichen Beratungen von Schaubildern

Gleichgültig, ob Sie als Rechtsanwalt oder Notarin Mandanten beraten, in einer Beratungsstelle mit rechtlichen Fragen Ihrer Klienten konfrontiert sind oder als Juristin die Interessen eines Verbandes oder Unternehmens vertreten: Sie kommen immer wieder in Situationen, in denen Sie juristischen Laien Fachbegriffe und Zusammenhänge erklären, über Rechtsfolgen informieren, rechtliche Probleme benennen und Lösungen aufzeigen müssen. Das kann schnell zur Herausforderung werden, wenn Ihre Zeit knapp bemessen ist und Ihre Ausführungen trotzdem nachvollziehbar sein sollen. Einfacher wird es, wenn Sie sich die Vorteile von Schaubildern zunutze machen. Ihr Gegenüber wird Sie nicht nur besser und schneller verstehen, Sie werden auch merken, dass anschauliche Informationsvermittlung Spaß macht und neuen Schwung in Ihre Beratungen bringt.

Natürlich können Sie nicht für jede Gelegenheit ein Schaubild zur Hand haben oder es gar spontan aufzeichnen. Möglicherweise gibt es aber Dinge, die sich in Ihren Beratungen wiederholen, bei denen Sie jedes Mal denken, dass Sie das schon tausendmal erklärt haben. Im Schriftverkehr entwickeln Sie in so einem Fall wahrscheinlich einen Textbaustein, in der Beratung kann Ihnen ein Schaubild helfen. Dabei ist es Ihnen überlassen, ob Sie dieses auf einem Blatt Papier bereithalten, es in größerem Format an einen Flipchart heften oder als PowerPoint-Folie an die Wand werfen. Je größer und komplexer das Schaubild ist, desto mehr spricht allerdings für ein Blatt Papier, das Sie Ihrem Gegenüber vorlegen und ggf. mit auf den Weg geben können.

Nachfolgend zeige ich Ihnen anhand von drei Beispielen, wie Anschauungsmaterial für rechtliche Beratungen aussehen kann und worin der Nutzen für Sie und Ihre Adressaten liegt. Damit möchte ich Sie auf Ideen bringen: Welche Themen würden sich in Ihren Beratungen für Schaubilder eignen?

Begriffe und Zusammenhänge anschaulich erklären

Zuweilen gibt es Fachbegriffe, bei denen es nicht genügt, sie einfach kurz zu definieren. Man muss vielmehr weiter ausholen und Zusammenhänge erklären, um ihre Bedeutung und die Hintergründe zu vermitteln. Die Vorfälligkeitsentschädigung ist so ein Begriff. Wer ein Wohnimmobiliendarlehen erhält, bei dem er über einen bestimmten Zeitraum einen festen Zinssatz zahlen muss, und dieses Darlehen vor Ablauf der Laufzeit kündigt, muss der Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. So weit, so gut. Doch was tun Sie, wenn der Darlehensnehmer vor Ihnen sitzt und wissen will, warum er die Entschädigung zahlen muss? Immerhin bekomme die Bank doch ihr Geld vorzeitig zurück. In dieser Situation könnte es praktisch sein, ein Schaubild wie Folgendes zur Hand zu haben, das die Zusammenhänge erklärt:

Begriffe und Zusammenhänge anschaulich erklären; Beispiel Vorfälligkeitsentschädigung

Rechtsfolgen vor Augen führen

Auch Rechtsfolgen sind dem Betroffenen nicht immer so klar, wie es wünschenswert wäre. In § 17 Abs. 3 BAföG ist beispielsweise geregelt, dass Hochschulstudierende im Falle einer anderen Ausbildung BAföG ausnahmsweise als verzinsliches Bankdarlehen erhalten, und zwar „soweit die Semesterzahl der hierfür maßgeblichen Förderungshöchstdauer, die um die Fachsemester der vorangegangenen, nicht abgeschlossenen Ausbildung zu kürzen ist, überschritten wird“. Hinzu kommt folgende Einschränkung: „(Das) gilt nicht, wenn der Auszubildende erstmalig aus wichtigem Grund oder aus unabweisbarem Grund die Ausbildung abgebrochen oder die Fachrichtung gewechselt hat.“ Als Jurist können Sie diese Formulierungen möglicherweise sofort einordnen. Doch Studierende werden erstmal nur Bahnhof verstehen und benötigen eine Übersetzung: Wann genau droht nun das Bankdarlehen? Das folgende Schaubild hilft bei der Erläuterung:

Rechtsfolgen mit einem Schaubild vor Augen führen; Beispiel Fachrichtungswechsel / BAföG

Probleme benennen und Lösungen aufzeigen

Schließlich können Schaubilder nützlich sein, wenn Sie Entscheidungsträgern, die keine vertieften Kenntnisse von einer Materie haben, in kurzer Zeit vermitteln wollen, welche Punkte in einem Verfahren oder System problematisch sind und welche Lösungsvorschläge Sie haben, um die Probleme zu beheben. Ähnliches gilt, wenn Sie mit komplizierten Vertragsgestaltungen betraut sind. Hier tritt möglicherweise die Situation ein, dass Sie ihren Mandanten problematische Punkte vor Augen führen und zugleich Vorschläge für eine Lösung derselben machen wollen.

Das nachfolgende Beispiel zeigt, wie ein Schaubild aussehen kann, das Probleme in einem Verfahrensablauf benennt und Lösungen aufzeigt.

Probleme mit Schaubildern benennen und Lösungen aufzeigen; Beispiel PSD II


Nicola Pridik
Über die Autorin
Nicola Pridik ist Juristin und Inhaberin des Büros für klare Rechtskommunikation in Berlin. Mit ihren Dienstleistungen unterstützt sie ihre Kundinnen und Kunden dabei, Rechtsinformationen verständlich und anschaulich für ihre jeweiligen Zielgruppen aufzubereiten. Dabei steht die Visualisierung von Recht im Mittelpunkt. kontakt@npridik.de, Twitter: @nicolapridik, Xing: www.xing.com/profile/Nicola_Pridik


 

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