7 Gründe für den Einsatz juristischer Schaubilder

Während es in anderen Fachgebieten üblich ist, Informationen auch visuell aufzubereiten, sind juristische Publikationen seit jeher für ihre Textwüsten bekannt. Dabei bietet sich das Recht mit seinen Strukturen, Systematiken und Verfahren geradezu für eine visuelle Darstellung an. Doch nicht nur das. Auch darüber hinaus gibt es gute Gründe, juristische Schaubilder einzusetzen.

Juristen ohne Talent: Können Sie auch nicht zeichnen?

Jurist(inn)en haben ja viele Talente. Kommen sie allerdings in die Situation, in einem Seminar, einer Beratung oder Besprechung mal schnell etwas aufzeichnen zu müssen, und sei es nur eine Sachverhaltsskizze, entschuldigen sie sich gerne einleitend mit dem Satz: „Ich kann leider nicht zeichnen.“ Erkennen Sie sich wieder? Und ärgern Sie sich im Stillen, dass Sie zwar in der Lage sind, Ihrem juristischen Gegner mit einem Schriftsatz Schweißperlen auf die Stirn zu treiben, aber an einem Strichmännchen scheitern? Ich kann Sie beruhigen: Ihr Ärger ist der erste, um nicht zu sagen der wichtigste Schritt zur Besserung. Viel wichtiger als Ihr Zeichentalent ist nämlich, dass Sie überhaupt bereit sind, sich auf Bilder in Ihrer Arbeit einzulassen. Der Rest ist leichter, als Sie denken.

Schaubild: Wer ist der Vater eines Kindes?

Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat. (§ 1591 BGB) Das ist noch einfach. Doch wer ist der Vater? Man könnte meinen, es sei der Mann, der das Kind gezeugt hat. Tatsächlich ist es jedoch komplizierter. Es gibt nämlich auch noch eine rechtliche Vaterschaft und die muss nicht zwingend mit der biologischen übereinstimmen. Konkret regelt das Bürgerliche Gesetzbuch die Vaterschaft in drei Stufen. Wie diese konkret aussehen und welcher Systematik sie folgen, zeigt das hier vorgestellte Schaubild.

Warum es sinnvoll ist, Gerichtsentscheidungen auch visuell aufzubereiten

Gerichtsentscheidungen sind seit jeher optisch wenig ansprechende Textwüsten und selbst für Jurist(inn)en eine ungeliebte, weil zeitfressende Lektüre. Kein Wunder also, dass viele Kolleg(inn)en Fachpublikationen beziehen, in denen Autoren und Redakteurinnen wesentliche Entscheidungen redaktionell aufbereiten und mit Tipps für die Praxis versehen. Erstaunlicherweise kommen in diesem Zusammenhang bislang kaum Schaubilder zum Einsatz. Diese könnten die Aufnahme von Informationen nochmals beschleunigen und den Leser(inne)n viel besser als Text Strukturen und Zusammenhänge vermitteln.

So profitieren Sie in Ihren rechtlichen Beratungen von Schaubildern

Gleichgültig, ob Sie als Rechtsanwalt oder Notarin Mandanten beraten, in einer Beratungsstelle mit rechtlichen Fragen Ihrer Klienten konfrontiert sind oder als Juristin die Interessen eines Verbandes oder Unternehmens vertreten: Sie kommen immer wieder in Situationen, in denen Sie juristischen Laien Fachbegriffe und Zusammenhänge erklären, über Rechtsfolgen informieren, rechtliche Probleme benennen und Lösungen aufzeigen müssen. Das kann schnell zur Herausforderung werden, wenn Ihre Zeit knapp bemessen ist und Ihre Ausführungen trotzdem nachvollziehbar sein sollen. Einfacher wird es, wenn Sie sich die Vorteile von Schaubildern zunutze machen. Ihr Gegenüber wird Sie nicht nur besser und schneller verstehen, Sie werden auch merken, dass anschauliche Informationsvermittlung Spaß macht und neuen Schwung in Ihre Beratungen bringt.

Juristische Schaubilder für Leichte-Sprache-Texte: ein erster Versuch

Rechtsvorschriften sind abstrakt und Juristen- und Behördendeutsch häufig schwer zu verstehen. Bei der Aufbereitung von Rechtsinformationen für juristische Laien ist deshalb die anschauliche Vermittlung der Inhalte besonders wichtig. Das gilt auch und vor allem für Informationstexte in Leichter Sprache. Zum einen stößt die sprachliche Vermittlung der Inhalte hier schnell an Grenzen, zum anderen richten sich die Texte an Menschen, die sich mit dem Lesen schwertun. Es liegt deshalb nahe, Rechtsinformationen in Leichter Sprache durch Schaubilder zu ergänzen. Die Frage ist: Wie können und müssen derartige Schaubilder aussehen, damit die Zielgruppen sie verstehen? Ein erster Versuch.